Zum Ja der Masseneinwanderungs-Initiative…

Schreiben hat bekanntlich ja eine therapeutische Wirkung. Here we go…

Ich bin enttäuscht. Ich bin sehr enttäuscht. Ich habe es befürchtet. Ich hoffte aber bis zum Schluss, dass sich die Vernunft durchsetzt. Das Resultat schockiert mich nicht einmal so stark bezüglich der kurz- und mittelfristigen Folgen. Wir werden eine Lösung finden. Es wird schwierig. Es wird mühsam. Es werden noch einige „JA-Stimmer“ auf die Welt kommen. Aber wir sind eine direkte Demokratie und die Abstimmungen sind zu akzeptieren.

Was mir Sorgen macht, ist das Mindset, welches nun offensichtlich mehrheitsfähig geworden ist. Das Gefühl, die Schweiz sei auf dem absteigenden Ast. Das Gefühl, ja die Angst, dass man die Schweiz eine „Verlierernation“ ist und von der bösen Welt bedroht wird. Es kristallisiert sich eine pessimistische Grundstimmung heraus. Und das ist tödlich. Diese gilt es zu überwinden!

Die Schweiz ist ein Paradebeispiel einer starken und erfolgreichen Nation. Es gibt Bereiche, in welchen die Schweiz die weltweite Nummer 1 ist. Wir sind eine der lebenswertesten Nationen der Erde. Eine Studie des „Economist“ (where-to-be-born-index) zeigt auf, dass ein Kind das heute in der Schweiz auf die Welt kommt weltweit die besten Chancen für ein erfolgreiches und glückliches Leben hat (vor 20 Jahren war die Schweiz noch nicht unter den Top 10). Wir sind enorm wettbewerbsfähig und innovativ.

Ich bin ein Optimist. Ich glaube an die Fähigkeit des Menschen. Ich bin ein Anhänger der „spontanen Ordnung“. In meinem Weltbild steht der innere Drang jedes Menschen sich voranzubringen und hierzu Eigenverantwortung zu übernehmen vor jeder staatlichen Ordnung (welches es natürlich auch braucht). Protektionismus, Bürokratie und Planwirtschaft kann nicht die Lösung sein. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass die besten Jahre der Schweiz und der Menschheit noch vor uns stehen.

Ich sehe die Schweiz und deren Einwohner aber an einem Scheideweg. Diejenigen, welche sich aktiv an der Entwicklung beteiligen und sich für eine vernetzte und offene Wirtschaft einsetzen und auch neue Wege wagen, werden gewinnen. Diejenigen, welche sich an Vergangenes klammern und die guten alten Zeiten zurück sehnen sowie nur jammern können und die Schuld bei den anderen sehen, werden verlieren und zwar massiv.

Die Schweiz hat ihre Komfortzone verlassen. Das kann auch eine Chance sein.

Kommentar: Meine Konsequenzen aus der Hildebrand-Affäre

Ist es wieder einmal so weit. Wenn ich mich ein Ereignis in der Schweizer Politlandschaft massiv ärgert, muss mein Blog darunter leiden und schreibe mich in Rage. Auf die Gefahr hin, dass ich wieder überreagiere hier meine persönlichen Konsequenzen, welche ich aus der ganzen Hildebrand-Affäre ziehe.

Ich bin ein sehr liberaler und toleranter Mensch. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder seine Meinung haben darf und diese auch frei äussern darf. Ich urteile nicht über politische Gesinnungen (solange diese einigermassen unseren demokratischen Werten entsprechen). So hat für mich auch die SVP, die SP und die Grünen (nur mal so eine Auswahl) ihre Daseinsbereichtigung. Dazu gehört auch, dass ich alle ihre Sympathisanten respektiere.

Wie unschwer zu erkennen, sympathisiere ich mit der einzigen Liberalen Partei der Schweiz (ja, ich meine noch immer die FDP). Ich stand aber dafür ein, dass die SVP gemäss ihrer Wähleranteile auch im Bundesrat vertreten sein soll. Für mich hat in der Konkordanz eine BDP keinen Platz im Bundesrat. Langer Rede kurzer Sinn – für mich war es selbstverständlich, dass die SVP ihren Platz in der Schweizer Politik hat. Die ca. 30% der Schweizer sollen angemessen eingebunden werden. Auch wenn ich mit der Denkweise und der Auslegung Ihrer Ideen weiss Gott nicht einverstanden bin.

Ich konnte über die abstrusen Argumente bei der Minarett-Initiative hinwegsehen. Ich konnte die engstirnigen Ängste bei der Ausschaffungs-Initiative knapp nachvollziehen. Bei der Aufhebung der Personenfreizügigkeit (Zuwanderungsinitiative) musste ich mich schon mehr an meine Toleranz-Prinzipien erinnern (dazu sicher in einem späteren Artikel mehr). Die laufende Blockierung von wichtigen Entscheiden für die Schweiz durch absichtliches Eingehen einer Koalition mit der Ratslinken: Schwer zu verstehen, ok aber das ist halt Politik.

Aber die Hildebrand-Affäre hat das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht. Für mich ist nun klar: der SVP geht es nur noch um sich selbst. Nicht mehr um die Schweiz, nicht mehr um die Schweizer Bürger. Für mich scheint es nun klar, dass es sich hier um eine gezielte Aktion handelt, welche nur den Sinn hat die Position der SVP in einer kritischen Zeit zu stärken. Es wurde vorsätzlich in Kauf genommen, dass die Schweiz Ihren Sitz im Exekutivrat des IWF verlieren wird, es wird in Kauf genommen, dass die Position im Financial Stability Board (FSB) stark geschwächt wurde. Es wird akzeptiert, dass die Schweiz Ihre Position in der OECD schwächt. Die Vorreiter-Rolle in der Eigenmittel Diskussion für Banken, sowie die Möglichkeit einer Vereinheitlichung dieser wird geschwächt. Dies alle hat direkte Folgen für die Schweizer Volkswirtschaft. Die Schweizer Märkte könnten destabilisiert werden. Dies hat Folgen für unseren Banken-Sektor. Dies erschwert die Einbindung der Schweiz in internationale Abkommen. Und dies alles nur um sich politisch in einem kindischen Kleinkrieg besser zu positionieren. Dies hat nichts mehr mit Politik zu tun, dies ist nur noch armselig und unwürdig.

Philipp Hildebrand hat Fehler gemacht. Er hat naiv gehandelt und hat die Situation falsch eingeschätzt. Für mich ist aber aufgrund der für die Öffentlichkeit einsehbaren Unterlagen klar und nachvollziehbar, dass dahinter keine unmoralische Energie zu erkennen ist. Ein Nationalbank-Chef hat auch ein Leben. Er hat eine Ehefrau und diese Ehefrau (auch wenn es dem Weltbild der SVP nicht entspricht) darf einer beruflichen Tätigkeit nachgehen. Ja, er darf sogar Häuser kaufen und verkaufen. Er darf eine Anlagestrategie haben (welche sogar offen kommuniziert wird). Daraus kriminelle Energie abzuleiten und eine ehrenhafte Person als Lügner und Gauner hinzustellen ist nur noch bösartig.

Daraus habe ich persönlich zwei Konsequenzen gezogen:
1. Die Weltwoche hat die letzte Glaubwürdigkeit verloren. Für mich ist die Weltwoche nur noch ein parteiisches, manipulatives Schundblättchen. Die Weltwoche kommt auf meiner persönliche schwarze Liste.

2. Die SVP hat für mich ihren Anspruch verwirkt ein Mitglieder der Konkordanz-Regierung zu sein. Sie möchten den Weg der Opposition, sie soll die Opposition haben. Ich bin zu Schluss gekommen, dass die SVP als Oppositionspartei weniger Schaden anrichten kann als in der heutigen Doppenrolle (Konkordanz und Opposition). Die SVP hat sich für mich für lange Jahre unwählbar gemacht. Und ich werde darauf hinarbeiten und argumentieren, dass auch andere Personen dies so sehen werden.

Es ist mir bewusst, dass diese persönlichen Konsequenzen kaum bis gar keine Wirkung haben werden. Ich bin aber überzeugt, dass ich nicht der einzige bin, welcher dies so sieht. Ich bin überzeugt, dass das wirken der SVP im höchsten Masse kontraproduktiv ist und dies ein weiteres Element im Niedergang der Partei ist. Erste Anzeichen zeigen sich je länger je mehr.

Es ist mir wichtig dieses Statement öffentlich zu machen, um mich klar und mit aller Form von solchen politischen „Dreck“-Spielen zu distanzieren. Ich habe meine Konsequenzen gezogen. Ich hoffe, dass anderen diesem Beispiel folgen.

Die Wirtschaftsturbulenzen auf den Punkt gebracht…

Manchmal braucht es gar nicht so viel, um komplexe Problemstellungen für alle verständlich zu machen. Manchmal braucht es nur brillante Entertainer. Wie zum Beispiel Jon Stewart gestern in „The Daily Show“.

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
Rise of the Planet of the AAs
www.thedailyshow.com
Daily Show Full Episodes Political Humor & Satire Blog The Daily Show on Facebook

Oder wie bereits John Bird und John Fortune erklärt haben, wie es überhaupt zur subprime crisis gekommen ist:

Sieg der Kleingeistigen und Ängstlichen…

Die Schweiz hat entschieden. Und dies so deutlich und klar, dass ich meine Blogging-Lethargie überwinde und meine Gedanken zum Resultat der „Minarettinitative“ öffentliche kundgeben muss. Ich hoffe, dass ich mich durch diesen fast schon „therapeutischen“ Akt beruhigen kann. Ich bin ein sehr politischer Mensch und war bei vielen Diskussionen mit Leib und Seele dabei, aber so aufwühlend wie dieses Resultat habe ich keine Abstimmung mehr seit dem EWR Nein erlebt. Es geht mir weniger um die Minarette und die Islam-Debatte. Was mich viel mehr beschäftigt ist eine Denkweise, welche mit dieser Abstimmung definitiv sein grandioses Comeback gibt… „Sieg der Kleingeistigen und Ängstlichen…“ weiterlesen

„Was interessiert mich was ich gestern gesagt habe…“

…oder ich kann im TV sagen was ich will, unsere Wähler sind ja so dumm, die haben ja sowieso keine Ahnung. Es lebe die Doppelmoral….

Ihr meint das sei jetzt doch ein wenig polemisch? Dann schaut euch diese kleine Filmchen an. Jon Stewart hat es wieder einmal geschafft den ganzen amerikanischen Polit-Kindergarten zu demaskieren. Die „Spin-Doctors“ at work:

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
Sarah Palin Gender Card
www.thedailyshow.com
Daily Show
Full Episodes
Political Humor Health Care Crisis

Ein sehr böser Artikel pber Sahra Palin könnt ihr hier nachlesen. Mag wohl etwas Übertrieben sein, aber wo Rauch ist, ist auch Feuer. Robert J. Elisberg bezeichnet Sahra Palin als schlechtesten VP-Pick aller Zeiten. Lesenswert!

Und übrigens:
Stewart-Colbert for president!

Stephen Colbert: Jetzt machen sich die Amis schon lustig über die SVP…

Stephen Colbert von der Comedy Central Sendung The Colbert Report macht sich über die Minarettinitiative lustig (wird auch gerade der SVP in die Schuhe geschoben; the Swiss Peoples Party). Sogar den Amis ist es klar wie hirnrissig diese Initiative ist. Colbert demaskiert die wahren Hintergründe der Initianten sogar aus weiter Ferne. Echt sehenswert und lustig:

The Colbert Report Mon – Thurs 11:30pm / 10:30c
The Word – Divided We Win
www.colbertnation.com
Colbert Report Full Episodes Political Humor U.S. Speedskating

Paris for President!!!

Ich habe Paris Hilton immer für so etwas von überflüssig gehalten. Aber mit diesem Kampagnen-Video hat sie vieles wieder gut gemacht. Wohl eines der besten Kampagnen-Videos zur den Election 2008. Und das ist ernst gemeint….

See more Paris Hilton videos at Funny or Die

Irak 2008

Drei Kurzfilme, welche ich euch nicht vorenthalten möchte. Der Inhalt mag politisch gefärbt sein, auch ist der Wahrheitsgehalt schwierig zu überprüfen. Aber wenn auch nur der Kern der Message in den Filmen stimmt, so zeigen sie klar auf, dass die Probleme in Irak nicht militärisch gelöst werden können. Nun sind andere Rezepte gefragt. Aber die Zerstörung sämtlicher Strukturen im Irak ermöglicht es ideologischen Wahnsinn und Extremismus tief in die Gesellschaft zu säen. Dieser Staat und die Gesellschaft kann nur von innen heilen. Jeglicher Druck von aussen ist kontraproduktiv.

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3: